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Global Biodiversity Outlook: Wie steht es um die globale Biodiversität?

GBO3
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Wenn man sich ambitionierte Ziele setzt, wie z.B. den Verlust an biologischer Vielfalt bis 2010 spürbar zu verlangsamen, muss man sich zu gegebener Zeit fragen lassen, wie nahe man dem Ziel denn gekommen ist. Um genau diese Frage beantworten zu können, erstellt das Sekretariat der Konvention über die biologische Vielfalt (CBD) mit breiter Unterstützung verschiedener internationaler Partner den sog. Global Biodiversity Outlook (GBO), einen Bericht zum Zustand der Biodiversität auf globalem Niveau.
Im Mai 2010 erschien die dritte Auflage dieses Berichts, also der GBO 3. Ihm waren GBO 1 und GBO 2 in den Jahren 2001 und 2006 vorausgegangen. Um den Zustand der biologischen Vielfalt beschreiben und Entwicklungen und Trends im Vergleich zur jeweils vorherigen Erfassung belegen zu können, wurde eine Reihe von globalen Indikatoren festgelegt, die von verschiedenen Institutionen erhoben werden.

Allgemein bekannt sind z.B. die Roten Listen gefährdeter Arten der IUCN oder die regelmäßig Ende des Polarsommers erfasste Größe der Eisbedeckung am Nordpol. Das World Conservation Monitoring Center (WCMC) in Cambridge kann Auskunft geben über Größe und Lage von Schutzgebieten weltweit, der Living Planet Index verfolgt die Entwicklung von über 7000 Populationen von mehr als 2300 Wirbeltierarten seit 1970 und kann genau belegen, wie sehr sich ihre Lage (zumeist) verschlechtert hat.

Mit diesen und ähnlichen Indikatoren belegt der GBO 3, dass das o.g. 2010-Ziel trotz einiger positiver Entwicklungen nicht erreicht wurde, sondern im Gegenteil fast alle Indikatoren eine Verschlechterung des Zustandes bzw. eine Zunahme der Treiber des Biodiversitätsverlustes anzeigen. So wird z.B. gezeigt, dass Amphibien die global am stärksten bedrohte Wirbeltiergruppe sind oder dass die genetische Vielfalt von Nutztieren durch den Verlust vieler Rassen rapide schrumpft. Der GBO 3 weist auch darauf hin, dass die Gefahr in vielen Ökosystemen immer größer wird, sog. Kipppunkte (tipping points) zu überschreiten, was zu irreversiblen dramatischen Schäden und dem Verlust der Ökosystemdienstleistungen führen wird.

Trotz seines globalen Ansatzes kann der GBO 3 auch regional differenzieren und erläutert beispielsweise, dass Binnengewässer zu den am stärksten gefährdeten Ökosystemen gehören, obwohl sich der Zustand vieler Gewässer in Europa dank moderner Klärtechniken und verschärfter Gesetzgebung deutlich verbessert hat. Dieser regionalen Verbesserung steht aber eine globale Verschlechterung gegenüber, die durch Wasserverschmutzung und Wasserentnahme für Landwirtschaft und Energieerzeugung bedingt ist.

Der o.g. Living Plant Index lässt auch eine regionale Differenzierung erkennen: der Artenschwund geht in den Tropen wesentlich schneller voran, als in gemäßigten Breiten, wo der Habitatverlust langsamer ist und einige Schutzprogramme die Populationen bestimmter Arten stabilisiert haben. Der GBO 3 will aber nicht nur ein Überbringer schlechter Nachrichten sein, sondern enthält auch ein Kapitel mit Vorschlägen zur verbesserten Umsetzung der CBD und die Autoren erarbeiten Auszüge aus dem GBO 3 für bestimmte Zielgruppen, z.B. politische Entscheidungsträger, Wirtschaftsunternehmen oder Bildungseinrichtungen.

Selbstverständlich ist der Global Biodiversity Outlook offen zugänglich und kann unter http://gbo3.cbd.int gefunden werden. Auf Anfrage versendet das Sekretariat auch gedruckte Exemplare. Das Bundesumweltministerium hat die ausführliche Zusammenfassung des GBO 3 in Deutsch übersetzen lassen: http://www.cbd.int/gbo/gbo3/doc/GBO3-Summary-final-de.pdf In wenigen Jahren wird es aller Voraussicht nach einen weiteren Zustandsbericht geben, der sich dann mit der Umsetzung der Ziele bis 2020 auseinandersetzen wird, die im Oktober 2010 in Nagoya bei der zehnten Vertragsstaatenkonferenz beschlossen wurden.

Autor: Dr. Axel Paulsch

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