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Das von der DBU geförderte Projekt "Umweltkommunikation in Schulen und Gemeinden der Region Untere Morava, Slowakei" wird in den Jahren 2005 und 2006 umgesetzt. Das Projekt möchte eine erhöhte Aufmerksamkeit für Umweltprobleme, erhöhtes Umweltbewußtsein und Aktionsbereitschaft bewirken und versucht, dies durch Zusammenarbeit und verbesserte Verständigung zwischen Schulen und Gemeinden in der Region der Unteren Morava in der Slowakei zu erreichen.
Das Projekt wird vom Institut für Biodiversität Netzwerk e.V. aus Regensburg, Deutschland, und der Organisation DAPHNE - Institute of Applied Ecology - aus Bratislava, Slowakei, gemeinsam ausgeführt.
Folgende Gemeinden mit eigenen Schulen nehmen am Projekt teil: Moravský Svaty Jan - Sekule, Lab, Velke Levare, Zavod, Zahorska Ves, Vysoka pri Morave, Zohor, Stupava, Devinska Nova Ves und Devin
Zielgruppe sind Schüler zwischen 10-15 Jahren aus den umliegenden Schulen, ihre Lehrer, Bürger und Gemeinderäte der zugehörigen Gemeinden und lokale Geschäftsleute.
Die Region der unteren Morava (March) ist sowohl für ihre natürliche Schönheit, als auch für ihr kulturelles und historisches Erbe bekannt. Die Morava, ein bedeutender Donauzufluss, und ihre Überschwemmungsgebiete wurde 1993 zum Ramsar-Schutzgebiet erklärt, also zu einem Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung, besonders im Hinblick auf seine Eignung als Rast- und Überwinterungsgebiet für Zugvögel. Das Überschwemmungsgebiet der Morava ist Teil des Landschaftsschutzgebietes Zahorie. Weitere Schutzgebiete der strengsten Schutzkategorie des slowakischen Naturschutzgesetzes liegen in der Nähe der Siedlungen. Die Morava bildet in ihrem unteren Abschnitt die Grenze zu Österreich und auch auf österreichischer Seite stehen Teile der Auen und Wiesen unter strengem Schutz.
Während der 40 Jahre der Existenz des "Eisernen Vorhangs" war die Region der unteren Morava Sperrgebiet und der Zutritt für die Lokalbevölkerung sowie für Besucher streng untersagt. Diese Situation unterhöhlte die Beziehung der Bevölkerung zu diesem Gebiet. Nach der Öffnung des "Eisernen Vorhangs" wuchs der wirtschaftliche Druck auf die Region sprunghaft. Die Region sieht sich jetzt mit den Ansprüchen des Ausbaus internationaler Verkehrswege, der Ausweisung neuer Industriegebiete und ähnlichem konfrontiert. Durch ihren Naturschutzwert hat die Region aber auch ein großes Potenzial für die Entwicklung von naturverträglichem Tourismus. Daher ist es notwendig, die Beziehung der ortsansässigen Bevölkerung zu ihrer Region und ihren Siedlungen neu zu gestalten.

Das Projektgebiet befindet sich im Westen der Slowakei, im Grenzgebiet zu Österreich.
Das Hauptziel des Projekts ist es, das Interesse von Schulkindern und ortsansässiger Bevölkerung an ihrer Umwelt und der Region der unteren Morava zu wecken und umweltfreundliches Verhalten zu stärken. Dies soll durch die Einbindung in den Prozess der Verbesserung der Umweltbedingungen in direkter Umgebung der Schulen und Siedlungen geschehen.
Um den Ablauf des Projekts zu gewährleisten, werden folgenden Aktivitäten umgesetzt:
Um das Projektanliegen zu verdeutlichen, Projektphasen zu erläutern und den Lehrern und Schülern Anleitung zu geben, die Projektaktivitäten umzusetzen, wurde ein Projekthandbuch wurde Ende April 2005 unter inhaltlicher Mitarbeit der ibn-Experten Lenka Kovacova und Thomas Kappauf fertig gestellt und gedruckt. In die Endversion gingen die Kommentare der Lehrer ein, die am ersten Workshop teilgenommen haben, der am 20. April stattfand (siehe unten, Aktivität 4).
Die erste Auflage des Handbuchs wurde in Schwarz-Weiss in 300 Exemplaren gedruckt und an die Schuldirektoren, die betreuenden Lehrer, und die Schüler der Schulteams ausgegeben. Überzählige Exemplare werden an Bürgermeister der teilnehmenden Gemeinden und andere Interessierte abgegeben.
Am Ende des Projekts wird eine Endversion erstellt werden, die die im Projektverlauf gewonnenen Erfahrungen aufgreift. Für diese Version ist eine Auflage von etwa 2000 Exemplaren geplant, die dann an Schulen in der ganzen Slowakischen Republik verteilt werden können.
Für Grund- und Hauptschüler im Alter von 11-15 Jahren wurde ein Unterrichtsprogramm über die Region Untere Morava entwickelt. Das Programm besteht aus zwei Teilen: der erste eher allgemeine und theoretische Teil wurde allen Schülern im Unterreicht im Klassenzimmer präsentiert. Dieser Teil befasst sich mit aktuellen Umweltproblemen der Region und mögliche Lösungswegen. Der zweite Teil des Programms ist mehr praxisbezogen, beinhaltet Unterricht im Freien und wird nur mit den Schulteams durchgeführt, die im Projektverlauf gebildet wurden. Dieser zweite Programmteil zielt darauf ab, die Schüler mit dem Umgang mit dem Projekthandbuch vertraut zu machen.
Schulkoordinatoren und Schulteams
Am 20.04.2005 fand im Ökozentrum Devin der erste Koordinationsworkshop mit Schulleitern und Lehrern statt, an dem 19 Personen teilnahmen. Neben dem DAPHNE-Team waren von Seiten des ibn Lenka Kovacova, Thomas Kappauf und Axel Paulsch jeweils mit einem Vortrag beteiligt. Da Frau Kovacova zweisprachig ist, konnte sie die Übersetzung deutscher Beiträge ins Slowakische problemlos vornehmen. Am 29.09.2005 wurde ein zweiter Koordinationsworkshop mit den Lehrern durchgeführt, die als Koordinatoren der Schulteams fungieren.
Jedes Schulteam war aufgefordert, eine Überblickskartierung der aktuellen Umweltsituation in der direkten Umgebung ihrer Schule und ihrer Gemeinde durchzuführen. Die Schulkoordinatoren haben dabei die wissenschaftliche Leitung übernommen und den Schülern Hilfestellung gegeben. Zwischen Juni und September 2005 haben die Schulteams die Überblickskartierungen in ihren Schulen und Gemeinden durchgeführt. Obwohl im Juli und August Schulferien waren, haben einige Teams auch in dieser Zeit ihre Kartierungen vervollständigt. Das Projekthandbuch diente als Anleitung und Hilfestellung. Als schwierigstes der vier Kapitel (Wasser, Energie, Abfall und Biodiversität) erwies sich die Biodiversität und benötigte das meiste Vorwissen.
Die Schüler waren aufgefordert, Bilder ihrer Aktivitäten aufzunehmen, die für die Ergebnispräsentation benutzt werden können.
Ergebnisdarstellung und Entwicklung einer Vision
Nach Abschluss der Überblickskartierung wurden die Ergebnisse von den einzelnen Schulteams ausgewertet. Dann begannen die Teams, ihre Ergebnisse in Form von Postern zu präsentieren. Dies erfolgte unter Zuhilfenahme des Projekthandbuchs unter Anleitung der Koordinatoren. Das Projektteam stand den Koordinatoren dabei zur Seite, half konkrete Probleme zu lösen und besuchte alle Schulen. Die Schulteams wurden dann aufgefordert, ihre Visionen von einer gesünderen Umgebung an ihrer Schule ebenfalls in Posterform darzustellen.
Um die Poster der Öffentlichkeit (Eltern, Lehrer, Gemeinde, Mitschüler) präsentieren zu können, wurden Einladungsschreiben verteilt und Schul-Events organisiert. Mitarbeiter und freiwillige Helfer von DAPHNE nahmen an allen Events teil. Dabei hatte jedes Event drei Teile:
Zuerst wurden die Poster und die Visionen vorgestellt, was als Vortrag, Theaterstück, Tanzeinlage oder in anderer Form geschah und den Schülern offensichtlich Spaß bereitete.
Im zweiten Teil wurde über die Ergebnisse diskutiert und im dritten Teil wurden die Umsetzungsprojekte der jeweiligen Schule besprochen. Als ein wesentlicher Erfolg des Projekts wurde gesehen, dass bei fast allen Veranstaltungen der Bürgermeister der jeweiligen Gemeinde anwesend war und vielen Fällen Unterstützung (finanzielle oder materielle) für die Umsetzungsprojekte zugesichert wurde.
In Zusammenarbeit mit den Projektpartnern sollen die Schulkoordinatoren ab Sommer 2006 kleinere konkrete Projekte zur Verbesserung der Umweltsituation an den Schulen oder in den Gemeinden vorbereiten. Die ausgewählten Projekte sollen in bescheidenem finanziellen Rahmen bleiben und von den Schülern und Bürgern aus eigener Kraft umzusetzen sein.
Neben der Lösung kleinerer Umweltproblem soll von den Projekten vor allem eine Signalwirkung für die Gemeinden ausgehen, weitere Projekte zu initiieren oder sich zu beteiligen, wenn das bislang nicht der Fall war. Erfolgreiche Kleinprojekte können zum Stolz der Schüler auf ihre Arbeit beitragen und zur weiteren Übernahme von Verantwortung hinsichtlich ihrer Umwelt anregen.
Eine Wanderausstellung "Die Region untere Morava aus der Sicht von Kindern" soll aus den Postern und Kunstwerken der Schüler erstellt werden, um dem Projekt größere Aufmerksamkeit in der Region und darüber hinaus zu verschaffen und zur Nachahmung anzuregen. In der Ausstellung sollen auch die Resultate der Kleinprojekte dokumentiert sein. Die Wanderausstellung wird in den Kulturhäusern verschiedener beteiligter Gemeinden zu sehen sein.
Dr. Axel Paulsch ist Vorsitzender des ibn in Regensburg. Er wird mit der administrativen Abwicklung und Koordination des Projekts betraut, ist Ansprechpartner gegenüber der DBU und erfüllt die Berichtspflichten. Er nimmt auch die Übersetzung der Zwischenberichte und des Endberichts in Deutsch vor.
Dr. Cornelia Paulsch (geborene Dziedzioch) ist ebenfalls feste Mitarbeiterin in der ibn Geschäftstelle Regensburg. Für dieses Projekt wird sie ihre Erfahrungen aus der Umweltbildungsarbeit der Grünen Schule des Palmengartens Frankfurt einbringen. Sie wird zu den internen Projekttreffen reisen und beratenden Einfluss nehmen.
Thomas Kappauf hat langjährige Erfahrung in der Umweltbildungsarbeit mit Schülern. Er trägt seine Erfahrungen zur Umsetzung des Projekts und zur Erstellung des Projekthandbuchs bei und hat in Vorträgen in der Slowakei über seine Erfahrungen berichtet.
Dr. Andrea Vicenikova koordiniert das Projekt auf slowakischer Seite. Sie leitet die Abteilung Umweltbildung bei DAHNE. Sie ist für die Inhalte des Unterrichtsprogramms und des Projekthandbuchs verantwortlich und ist gegenüber der DBU und dem ibn die Hauptansprechperson beim Projektpartner DAPHNE.
Monika Kovacova und Viera Chrenkova leiten das Ökozentrum von DAPHNE in Devin. Sie haben innerhalb des Projekts das Unterrichtsprogramm und das Projekthandbuch in den Schulen vorgestellt und waren Schulkoordinatoren bei der Entwicklung und Umsetzung der Schulprojekte behilflich.
Richard Watzka übernimmt als Graphikdesigner die Gestaltung des Unterrichtsmaterials und des Projekthandbuchs und trägt zur Erstellung von Postern und der Wanderausstellung bei.
Das Projekt hilft unter bestimmten Aspekten die Umweltsituation in jeder der 11 teilnehmenden Gemeinden der Region der unteren Morava zu verbessern.
Da diese Umweltverbesserungen ohne großen finanziellen Aufwand und unter Einbeziehung von Schülern, Eltern, Bürgern und Interessengruppen implementiert werden, liegt die Bedeutung des Projekts in erster Linie in der Stärkung des Umweltbewusstseins und Übernahme von Verantwortung für die umgebende Natur.
Das Projekt liefert positive Beispiele für die Kooperation zwischen Schülern, Eltern, Lehrern und Anwohnern, die gemeinsam für die Erreichung eines selbst gesetzten Ziels eintreten. Dieser Prozess kann die Beteiligten ermutigen, das Begonnene über die eigentliche Projektlaufzeit hinaus fortzusetzen.
Die Einbeziehung der Schüler ist eines der Hauptziele des Projekts. Die Schüler sollen sich ihrer Verantwortung für ihre Umgebung bewusst werden und gleichzeitig stolz sein auf die Verbesserungen, die sie in konkreten kleinen Projekten selbst bewirkt haben. Der Prozess der Herausbildung eines Umweltbewusstseins ist langwierig und sollte daher bereits in früher Kindheit beginnen.
Ein weiterer Nutzen des Projekts ist die Gewinnung von praktischer Erfahrung, die in anderen Entscheidungsprozessen, an denen die Öffentlichkeit zu beteiligen ist, relevant werden kann, z.B. bei der Umsetzung der EU Wasserrahmenrichtlinie oder bei Umweltverträglichkeitsprüfungen. Die Implementierung kleinere Projekte kann darüber hinaus Möglichkeiten der Finanzierung lokaler Projekte aus lokalen Quellen aufzeigen. Die im Projekt eingesetzten Vorgehensweisen können beispielgebend auch für andere Regionen der Slowakei sein. Das Projekthandbuch kann dabei praktische Anleitung vermitteln.
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